LOGO-Fabelhafte Weinwelt.cdr

Zehntausende von Jahren ist es her und Schuld hatte wie so oft eine Eiszeit. Die Suche nach Nahrung, die Suche nach dem Leben an sich trieb sie einst aus dem hohen Norden in unsere Breiten: stolze Tiere und tapfere Tierchen, die um nichts weniger als um das eigene Fortbestehen kämpften. Nicht wenige verloren diesen Kampf, manche kamen vielleicht ganz gut zurecht – und wieder andere ließen sich einfach nicht unterkriegen. Sie sind es, denen unser Interesse gilt. Sie sind es schließlich auch, denen wir dieses einzigartige Geschenk zu verdanken haben, diese fabelhaften Weine…

Denn während mächtige Kreaturen wie der Säbelzahntiger so plötzlich verschwanden, wie sie in der Naturgeschichte einst aufgetaucht waren, gelang es Mutationen wie dem gewitzten Säbelzahnziesel, über viele Jahrtausende zu überleben und den eigenen Alterungsprozess zu stoppen. Wie es dazu gekommen war? Durch eine weise Entscheidung und eine besondere Vorliebe: So wie auch der kräftige Murmelstier oder das sinnliche Einhörnchen, fand der Säbelzahnziesel bis zum heutigen Tag das Glück in den Rieden der besten Weinbaugebiete des Landes. Die saftigsten Trauben sind diesen erhabenen Wesen als Überlebenselixier gerade gut genug…

Die Fabelwesen

  • Vinosaurier

    Vinosaurier

  • Säbelzahnziesel

    Säbelzahnziesel

  • Rebmaus

    Rebmaus

  • Murmelstier

    Murmelstier

  • Meerjungsau

    Meerjungsau

  • Einhörnchen

    Einhörnchen

  • Weinzwergschnecke

    Weinzwergschnecke

einhoernchen

Das Einhörnchen

Wie das Einhörnchen Aschenputtel mit seinen Stiefschwestern aussöhnte

Es geht die Sage um, von dem Einhörnchen, dessen Horn, das ihm über das Jahr auf der Stirne wächst, sobald es im Dezember abgeworfen ist, Wunder vollbringt für den, der es findet. In der Stadt und am Land wird davon Kunde getragen und gar mancher hat versucht, solch wundersames Wesen zu fangen, um sich im Winter, wenn es sein Horn abstreift, einen Wunsch zu erfüllen und dies im nächsten Jahr, wenn es nachgewachsen und abermals abgefallen ist, aufs Neue. Nur ist es keinem, der diese Anstrengung unternommen, bisher geglückt, auch wissen die Einhörnchen, ihr Horn vor der Gier des Menschen zu verstecken. Daher hat noch niemand, der danach im Wald gesucht hat, das Horn eines dieser Tiere entdeckt und es gibt keine Menschenseele, die bezeugen könnte, je ein Einhörnchen gesehen zu haben. Doch gibt es sie, diese scheuen kleinen Wesen, die sich von Früchten und Nüssen ernähren und die im Spätsommer und Herbst geschäftig für die kargen Wintermonate Vorsorge treffen…

Der Murmelstier

Wie der Murmelstier die böse Königin bezwang

Majestätisch, mit großen, aber gemächlichen Schritten durchstreifte der Murmelstier die Gefilde. Er war von kräftiger Statur, doch sein einst glänzendes Fell war matt geworden. Zersaust und löchrig verlieh es ihm ein wildes, verwegenes Aussehen. Doch was fremde Augen nicht sahen, waren die Mattigkeit und Erschöpfung, die den Murmelstier Tag für Tag überfielen. Schwer stieg er das Gebirge empor. Biegung um Biegung. Meter um Meter. Er musste Kraft tanken – von einem Elixier, das ihm neue Macht verleihen würde.

 

Was er suchte, war bisher von keinem menschlichen Wesen gefunden worden. Es hieß, sagenhafte Wesen hüteten das Elixier wie einen Schatz. Dort  – hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen.

murmelstier
rebmaus

Die Rebmaus

Die fleißige Rebmaus und das Rumpelstilzchen

 

Ach, wie gut ist, dass niemand weiß,
dass ich Rumpelstilzchen heiß!“

 

Die fleißige Rebmaus sammelte Nüsse und Brotkrumen, als ihr Weg sie an einem sonderlichen Wesen vorbeiführte. Ein Männlein mit grünem Wams und langem zotteligen Bart tanzte und sprang um ein Feuer, während es immer und immer wieder dieselben Worte wiederholte. Die Rebmaus rümpfte ihr Näschen, waren ihr die Verse des seltsamen Männleins doch allzu fremd. Außerdem – was ging das Wesen sie an? Sie hatte Besseres zu tun – und zwar Vorräte anzulegen für einen langen Winter…

Die Meerjungsau

Der Fischer und die Meerjungsau

Ilsebill hat keinen guten Tag heute. Nicht im Entferntesten.

Es war nicht das erste Mal, dass der Fischer in Gedanken versunken seine Angel auswarf, über den See hinausblickte und über seine Frau grübelte, die ihm die Hölle heißmachte, weil er es nicht fertigbrachte, ihr ein angenehmeres Leben zu bieten als das in der kargen Fischerhütte. Er schüttelte den Kopf, einmal und ein zweites Mal, als seine Rute begann sich nach unten zu biegen. Und das mit einer Vehemenz, die dem Fischer alles abverlangte, um die Kontrolle über die Rute zu bewahren.

Ächzend zog er an der der Angel. Immer und immer wieder, bis er das Ding, das sich daran festgebissen hatte, an die Wasseroberfläche beförderte. Dessen Oberkörper war mit Borsten übersehen, zwei markante Löcher lugten aus seiner ovalen Nase hervor, seine rosafarbenen Ohren wackelten, als das Ding sich in des Fischers Griff wand. Am markantesten aber war die riesige Flosse, mit der das Ding um sich schlug. „Gnade!“, schrie es laut, „Gnade! Tut mir nichts! Ich bitte Euch. Ich bin eine Meerjungsau. Wenn Ihr mich am Leben lasst, werde ich Euch jeden Wunsch erfüllen.“

meerjungsau